Ulrich Herzog

Rechtsanwalt
Fachanwalt für Verwaltungsrecht

Kinder- und Jugendhilferecht

Das Kinder- und Jugendhilferecht betrifft alle Leistungen und Aufgaben freier und öffentlicher Träger zugunsten junger Menschen und deren Familien. Die gesetzlichen Grundlagen des Rechtsgebietes finden sich im 8. Teil des Sozialgesetzbuchs (SGB VIII), welches zum 01.01.1991 an die Stelle des bis dahin geltenden Jugendwohlfahrtsgesetzes getreten ist.

Öffentliche Jugendhilfe war früher häufig durch den Begriff der „Fürsorge“ geprägt, welcher seine Legitimation im wesentlichen durch den Gesichtspunkt der Aufrechterhaltung öffentlicher Sicherheit und Ordnung erhielt. Durch das In-Kraft-Treten des neuen Rechts hat ein grundsätzlicher Paradigmenwechsel stattgefunden: Auftrag und Ziel der Jugendhilfe ist jetzt nicht mehr die Ausgrenzung verwahrloster Jugendlicher durch ihre geschlossene Unterbringung sondern die Förderung der Entwicklung junger Menschen und ihre Integration in die Gesellschaft. Dem entspricht es, dass das SGB VIII nicht mehr schwerpunktmäßig von Eingriffsbefugnissen staatlicher Organe, sondern von Leistungsansprüchen junger Menschen und deren Eltern geprägt ist sowie einem partnerschaftlichen und kooperativen Nebeneinander von Leistungsberechtigten und Leistungserbringern.

Häufig stellt sich bei Kindern und Jugendlichen, die an sog. Teilleistungsschwächen (Legasthenie, Dyskalkulie), an einem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADS, ADHS), an einer Tourette-Erkrankung (Ticstörung) oder an sonstigen Verhaltensauffälligkeiten leiden die Frage, was Jugendhilfe für sie leisten kann. Dass Jugendämter  über ein breit gefächertes Instrumentarium von ambulanten, teilstationären und stationären Hilfemöglichkeiten verfügen, ist vielen Betroffenen nicht bekannt. Leider werden wirksame Fördermaßnahmen, insbesondere dann, wenn Verhaltensstöungen zu schulischen Problemen führen, von Jugendämtern abgelehnt mit der Begründung, dass dies Angelegenheit der Schule sei.

An dieser Stelle setzt unsere Beratungstätigkeit an. Wir informieren Sie über die in Betracht kommenden Möglichkeiten und begleiten Sie auf Ihrem Weg in den „Behördendschungel“. Ablehnende Entscheidungen von Jugendämtern sind justiziabel und können vor den Verwaltungsgerichten angefochten werden.